Westphalenhaus Neumünster

Westphalenhaus Neumünster

Westphalenhaus - Tür

Westphalenhaus - Terrasse
Antikes Kirchenfenster der Vicelinkirche entdeckt
In einer Holzkiste im oberen Eckraum der Vicelinkirche lag ein antiker Schatz verborgen.
77 Jahre ruhte das Westphalen-Fenster eingepackt in einer Holzkiste. Die Pastorin Simone Bremer und der Küster Livio Naroš beförderten das Kunstwerk wieder ans Tageslicht. Beide bezeichneten diesen Moment als „einen historischen Augenblick“. Das Fenster, dass den am Kreuz hängenden Jesus mit Maria und Maria Magdalena zeigt, wurde im Jahr 1901 von dem Tuchmacher und Fabrikanten Hans Lorenz Rench in Auftrag gegeben. Der Neumünsteraner Maler August Westphalen (1864-1957) stellte das in Auftrag gegebene Werk noch im selben Jahr fertig. Hans Lorenz Renck stiftete es dann der Vicelingemeinde. Das Kirchenfenster wurde über dem Altar in der Rückseite der Kirche eingebaut. Im Jahr 1932 wurde das Gotteshaus restauriert und da das Westphalen-Fenster nicht mehr zu dem neuen, klassizistischen Stil passte wurde es in der Holzkiste eingemottet.
Die 77 Jahre in der Holzkiste hinterließen sichtbare Spuren an dem Kunstwerk.
So sind die Streben der fünf Elemente verborgen, das Glas zerbrach an vielen Stellen und einige Teile des Fensters fehlen. Laut den Angaben der Pastorin Simone Bremer setzten die beiden Entdecker Scherbe für Scherbe wieder zusammen. Dies dauerte zirka vier Stunden. „Das Westphalen-Fenster sei toll“ sagte die Pastorin als sie das antike Kunstwerk mit ihren Kollegen Gerson Seiß und Fritz Hein betrachtete. Simone Bremer erhielt den Tipp von einem Architekt der sich im Ruhestand befindet. Bremer begann zu forschen und entdeckte schließlich im Gemeindehaus ein Gemälde das den Kirchen-Innenraum aus dem Jahr 1931 zeigt. Darauf war das Fenster zu sehen. Der Maler des Gemäldes war Rudolf Stelling.
Das antike Kunstwerk soll nun restauriert werden.
Die Gemeinde ist schon auf der Suche nach Sponsoren. Simone Bremer sagte, dass das Fenster nicht mehr in die Kirche eingebaut, es aber jedoch im Gemeindehaus einen Platz finden wird.
Das Westphalen-Fenster ist schon der zweite große Fund
eines Werkes des Malers August Westphalen. Vor zirka 15 Jahren wurde auf dem Dachboden des heutigen Westphalenhauses das vier bis sechs Meter große Gemälde des Trauerzugs von Wilhelm I. gefunden. Mittlerweile kann man sich das Gemälde im Historischen Museum in Berlin ansehen.