Lütjenstraße Neumünster
Die Lütjenstraße in Neumünster
Seit 1973 eine sehr beliebte und belebte Fußgängerzone.
Sie verband schon immer den weltlichen mit dem kirchlichen Teil des Neumünster Fleckens.
Shoppen und Flaniern waren zu früheren Zeiten zwar noch nicht an der Tagesordnung,
nichtsdestoweniger mussten die Neumüster Bürger auch damals nicht auf eine Belustigung verzichten.

Blick in Richtung Kleinflecken
Auf der "Lütje Straat"
fand man bis zum Ende des 18. Jahrhunderts direkt gegenüber des Eingangs zum heutigen Mühlenplatz vor dem Spritzenhaus einen Pranger.
An diesem musste zum Beispiel Jahre 1757 eine gewisse Margarethe Bluncken vom Mühlenhof das Gespött der Schaulustigen über sich ergehen lassen.
Folgendes Vergehen wurde ihr zur Last gelegt:
"Unter allerhand leicht Feuer fangenden Sachen" habe sie Pfeife geraucht, was wegen der Strohdachhäuser und der somit hohen Brandgefahr in der damaligen Zeit bei Strafe verboten war.
Die Tatsache, dass sie unter Zahnschmerzen litt, entschuldigte ihren Fehltritt daher auch nicht und so musste sie, behangen mit einer Pfeife, zur Verbüßung ihrer Strafe eine Stunde lang an diesem Schandpfahl ausharren.
Das Spritzenhaus,
dicht neben dem Teich gelegen, war mit drei Feuerspritzen ausgestattet.
In jenen Tagen nannte aber ebenso jeder Hausbesitzer eine Löschausrüstung sein eigen, welche aus Handspritzen, Feuerhaken sowie einem Ledereimer und einer Leiter bestand.