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Friedenshain  
Friedenshain Neumünster - Unseren Toten und Verschollenen
Der Stadtwald von Neumünster wurde 1864 angepflanzt.
Nicht zur Ausführung kam die Umgestaltung des Stadtwaldes in eine Waldparkes, dies ergaben die Diskussionen, die ab 1906 im Rahmen der Gartenreformbewegung hervorgegangen sind. Dafür entstand ein Müllberg und einige Tennisplätze. Der Müllberg nahm den Hausmüll auf, da die Stadt Neumünster immer größer wurde. Seit 1929 wurde dieser Berg als Rodelberg genutzt.



Am 28. April 1920,
also nach dem ersten Weltkrieg beschloss der Magistrat, einen Heldenhain für die gefallenen Söhne Neumünsters, im Stadtwald anzulegen. Wilhelm Junglöw (1856-1931), der damalige Stadtbaurat, hat nach Ideen des Berliner Gartenarchitekten Willy Lange den rund 21 ha großen, so benannten "Heldenhain" entworfen. Willy Lange gründete 1915 die "Arbeitsgemeinschaft für Deutschlands Heldenhaine". Er hinterließ diese Kunstform eines Landschaftlichen waldartigen Gefallenenhains in seiner Schrift:"Deutsche Heldenhaine", die 1915 in Leipzig veröffentlicht wurde und große Verbreitung fand. 1915-in einem Erlass des Preußischen Ministeriums des Innern wurde die Ehrenhainform allen Gemeinden zum Bau empfohlen. Ein unregelmäßiges Sechseck, weißt der Grundriss der Anlage auf.




Die Grenze zum Stadtwald wurde in den Notstandsjahren,
nach allen Seiten ein zwei Meter hoher und sieben Meter breiter Wall errichtet, mit 1,5 Meter tiefen Gräben, die anschließend wie ein Knick mit Weißdorn, Buchen, Schlehen und so weiter bepflanzt wurden. In der Mitte liegt ein Kreis mit einer Breite von 200 Metern, in dem Kreis wurde Rasen gesät. Der Umgangsweg um den Rasenkreis beträgt 3 Meter, der nach aussen mit Rosenbüschen und 15 große Findlingssteinen aus den Hüttener Bergen besetzt ist. Auf diesen Findlingen stehen die Namen der 1217 gefallenen Soldaten der Stadtgemeinde.



Das Konzept eines Heldenhain bestand darin,
für jeden toten Soldaten eine Eiche zu pflanzen, im diagonalen Raster um den runden Denkmalplatz. Etwas westlich versetzt, in der Mitte des Platzes, wurde eine Rednerkanzel aufgebaut, hinter der eine Friedenslinde gepflanzt wurde. Im Osten liegt der Hauptzugang: in die Mitte des Platzes führt eine sieben Meter breite Schneise. Ein monumentales Eingangsgebäude wurde zwar entworfen aber nicht gebaut. Es gab eine provisorische Holztoranlage, die heute aber nicht mehr existiert.

Mit militärischem Zeremoniell
konnte der Heldenhain endlich am 14. Mai 1933 eingeweiht werden. Der Magistrat beschloss 1956 einen weiteren Gedenkstein, nun für die Opfer des zweiten Weltkrieges zu erbauen, in der Form eines vier Meter hohen und zwei Meter breiten Findlings mit der Aufschrift "Für Euch 1939-1945" an Stelle der Friedenslinde realisiert wurde. Dieses gewandelte Verständnis für die Anlage von Kriegerehrenplätzen kommt auch in den nun mehr landschaftlichen Gestaltung der Fläche in Form von Kiefern- und Birkenpflanzungen zum Ausdruck. 1987 wurde der "Heldenhain" in "Friedenshain" umbenannt, womit eine öffentliche Diskussion einsetzte. Wie könne man allen Opfer des zweiten Weltkrieges-auch der Toten und Überlebenden der Konzentrationslager gedenken. Die Inschrift lautet: "Wehret den Anfängen-Nie wieder Krieg-Nie wieder Faschismus-Den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft".

Der Friedenshain in Neumünster
ist von hoher historischer, künstlerischer und kulturlandschaftsprägender Bedeutung.Ursprünglich als "Heldengedenkplatz" als Gesamtanlage realisiert, verwandelt sich der Ort in einen Ort "Stillen Gedenkens". Die Umbenennung und die neue Gedenkplatte, die nun aller Opfer des zweitn Weltkrieges gedenkt und die Inschrift die als "Mahnen für die Zukunft" gedacht ist, verdeutlichen die demokratisch gefestigte, politische Auffassung unserer Zeit.
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